• Dr. Tomas Buchhorn (SR/R)

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Hallux valgus Fehlstellung: eine Achsenfehlstellung der Großzehe (X-Großzehe)

Der Hallux valgus ist die häufigste und bedeutsamste Zehenfehlstellung beim Menschen. Sie ist charakterisiert durch eine Abweichung der Großzehe im Grundgelenk nach außen und einer Drehung der Zehe nach innen (Innenrotation).

Ursache:

  • fast immer mit einem Spreizfuß vergesellschaftet
  • Knick- oder Senkfuß
  • Das Tragen von falschem Schuhwerk (enges Schuhwerk, hohe Absätze)
  • Fehlende Einlagenversorgung bei notwendiger Fußgewölbe-Abstützung
  • Genetische Veranlagung
  • Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer (9:1)


Folge:
Der Versuch der Großzehe diese Überlastung auszugleichen geht mit einer vermehrten Tendenz der Selben in die Valgusstellung ( X -Stellung ) einher. Dies führt auf Dauer zu degenerativen Veränderungen (= Arthrose) im Gelenk. Das Köpfchen des ersten Mittelfußknochens wird zur Fußinnenseite gedrückt, die Zehenknochen der Großzehe weichen in Richtung der Kleinzehe ab. Die 2. Zehe schiebt sich oft über die Großzehe. Für viele Frauen besteht ein rein kosmetisches Problem. Schmerzen und Schwielenbildung am 2. Mittelfußköpfchen (Metatarsalgie) ist die Folge und das richtige Schuhwerk kann oft nicht gefunden werden. Es kommt zu mechanischen Belastungen der Haut und des darunter liegenden Schleimbeutels (Schleimbeutelentzündung „Bursitis“). Im Endstadium der Erkrankung bestehen Dauerschmerzen

Untersuchung:
Die Deformitäten des Fußes sind bereits äußerlich gut zu erkennen. Sie stellen sich wie oben beschrieben dar.

Röntgen:
Zur genauen Beurteilung der knöchernen Fehlstellung wird eine Röntgenaufnahme beider Füße angefertigt.

Therapiemöglichkeiten:
Eine Vorstellung, zur Früherkennung eines Problems, beim Orthopäden ihres Vertrauens ist die beste Prävention. Dieser kann ihnen z.B durch das Rezeptieren von Einlagen mit retrokapitaler Abstützung (Abstützung hinter den Köpfchen der Mittelfußknochen)oder einer „ Hallux rigidus Schiene“ frühzeitig helfen. Krankengymnastik kann zum richtigen Zeitpunkt sehr nützlich sein. Sollte die Entwicklung jedoch nicht rechtzeitig erkannt werden, kann ihnen der operative Orthopäde mit einem Eingriff (Umstellungsosteotomie / Korrekturosteotomie) helfen. Diese Operation (z.B. OP nach Chevron)ist oft notwendig um eine Verschlechterung des Krankheitsbildes und die Übertragung der Beschwerden auf andere Körperregionen (Sprunggelenk, Kniegelenk, Hüftgelenk, Wirbelsäule) zu verhindern.Der Eingriff kann ambulant mit nur einer Übernachtung erfolgen. Bei Notwendigkeit kann aber auch ein stationärer Aufenthalt in die Wege geleitet werden. In einem speziellen Schuhwerk können die Patienten unmittelbar nach der Operation vollbelasten.

Instabilität im Tarsometatarsalgelenk (Gelenk zwischen Fußwurzel und Mittelfußknochen) mit Vergrößerung des Intermetatarsalwinkels (= Winkel zwischen dem I. und II. Mittelfußknochen)
Diese geht in der Regel mit einer Deformität der Großzehe (Hallux valgus) einher. Kann aber auch nach einer Verletzung des Mittelfußes entstehen.

Therapie:
Im Rahmen der operativen Versorgung der Großzehendeformität wird auch die Instabilität versorgt. Dies geschieht entweder mit einer Stellschraube oder mit einem Seilanker (Tight- rope). Eine konservative Therapie ist in der Regel nicht zielführend.

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