• Dr. Tomas Buchhorn (SR/R)

Kompetenzzentren

Fachbereiche | Fuß - Sprunggelenk | Sprunggelenk | Akute OSG-Distorsion

Das obere Sprunggelenk im Sport

In der Literatur herrscht Übereinstimmung hinsichtlich der Inzidenz dieser Verletzung. Man geht von einer Verletzung pro 10000 Personen pro Tag, entsprechend 37 Verletzungen pro 1000 Personen pro Jahr aus. Akute OSG-Distorsionstraumen sind insgesamt für 4 % aller Konsultationen in Notfallstationen verantwortlich.
 
Interessant ist ebenfalls, dass in Stop-and-go-Sportarten wie Volleyball, je nach Literatur 22 – 55 % aller Verletzungen das OSG betrafen, im Basketball sind es sogar 70 %. Im Fußball zeigt sich eine Inzidenz von ca. 18 %, bei den Betroffenen erhöht sich das Risiko nach einer stattgehabten Distorsionstraumaepisode erneut an einem Distorsionstrauma zu leiden um 50 %. Festzuhalten ist, dass 60 – 80 % der Sprunggelenksdistorsionen erfolgreich mit Physiotherapie behandelt werden können.

Das Umknicktrauma mit Verletzung des äußeren
Bandapparates - häufigste Sportverletzung
Das Umknicktrauma mit Verletzung des Innenbandes

Akutes Supintationstrauma
Beim akuten Supinationstrauma kommt es typischerweise zu einer Supination des Vorfußes und einer Inversion des Rückfußes. Das obere äußere Band, das sog. Ligamentum fibulotalare anterius, ist in über 80 % der Fälle betroffen. Weitere Strukturen die bei einem Supinationstrauma betroffen sein können sind das Ligamentum fibulocalcaneare, die Peronealsehnen, der Prozessus anterior calcanii, die Metatarsale V Basis, Fibulafrakturen und natürlich sog. OLT (osteochondrale Läsionen des Talus). Das Lig. fibulotalare posterius spielt im klinischen Alltag praktisch keine Rolle, da es selten betroffen ist.
 
Kommt es zu einem Pronationstrauma wird der mediale Bandapparat verletzt.
Durch forcierte dorsale Extension oder Außenrotation während des Traumas kann die Syndesmose mit verletzt sein.
 
Die Ligamente schmerzen in ihrem anatomischen Verlauf und weisen ein Hämatom sowie Druckdolenz auf.
Die Diagnose stellt sich durch den klinischen Befund und die Anamnese. Nativröntgenaufnahmen werden zum Frakturausschluss angefertigt. Auf gehaltene Aufnahmen sollte verzichtet werden, da sie keinen weiteren Einfluss auf die Therapie haben und aufgrund fehlender Auswertungsstandards keine ausreichende Validität besitzen.
Beim Verdacht auf osteochondrale Läsionen sollte eine Kernspintomographie angefertigt werden.

Wir ziehen zur Klassifikation der Bandverletzung die einfache Einteilung der American Medical Association heran:

Grad I: Zerrung mit kleinem Hämatom, Fuß belastbar
Grad II: Partielle Ruptur, eingeschränkt belastbar, deutliches Hämatom
Grad III: Vollständige Ruptur, nicht belastbar, deutliches Hämatom

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