• Dr. Alexander Schütz (SR/R)

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Carpaltunnelsyndrom

Carpaltunnelsyndrom: Einengung
des Nervus medianus unter dem
Carpaldach (*)
Behandlung des Carpaltunnelsyndromes
mit einer Handgelenkorthese
(z.B. Fa. Bort, ManuDisc)

Allgemein
Beim Carpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine Einengung des Mittelnervs (n. medianus) unter dem Carpaldach.

Da dieser Nerv den Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und die Daumen zugewandte Seite des Ringfingers versorgt, kommt es in Folge des Engpasssyndroms zu Gefühlsstörungen, Schwäche und Schmerzen an den genannten Fingern. Bisweilen haben die Patienten den Eindruck, die Hand verkrampfe sich und die Sehnen seien zu kurz. Die Schmerzen können äußerst quälend sein, bis zur Schulter ziehen, und dem Betroffenen den Schlaf rauben. Durch Ausschütteln des Armes oder Handgelenksschienen kann anfangs noch eine Besserung erreicht werden. Ihr Hausarzt wird sie jedoch bei anhaltenden Beschwerden zur Sicherung der Diagnose zu einem Neurologen überweisen. Dieser kann dann durch spezielle Messungen das genaue Ausmaß der Nervenschädigung feststellen und gleichzeitig auch ausschließen, dass der Nerv nicht durch Nervenwurzelreizungen an der Wirbelsäule eingeengt ist.

Behandlung
Wenn der Nerv beispielsweise durch eine Entzündung der Sehnenscheiden, die mit ihm gemeinsam durch den Carpaltunnel laufen komprimiert wird, kann er sich durch die Behandlung der Sehnenscheidenentzündung wieder erholen. Diese erstreckt sich auf allgemein abschwellende Maßnahmen wie z.B. Lymphdrainage, Einnahme entzündungshemmender Medikamente und Schienenruhigstellung (s. Bild, Fa. Bort ManuDisc(R)). Eine Behandlung mit Kortisonspritzen im Bereich des Carpaltunnels wird von uns nicht empfohlen. Sie kann sehr gefährliche Komplikationen nach sich ziehen und sollte nur in wenigen Ausnahmefällen erfolgen.

Ihr Handchirurg kann ihnen durch genaue Untersuchung und mittels hoch auflösender Ultraschalluntersuchung bestätigen, wie stark der Mittelnerv stranguliert ist, und ob eine Operation sinnvoll ist.

Operation
Falls ein Operation erforderlich ist, führen wir diese über einen Mini Schnitt durch. In der Regel wird der Eingriff ambulant in Teilnarkose (intravenöser Regionalanästhesie) oder einer kurzen Vollnarkose (Larynxmaskennarkose) erfolgen. Bei der Operation wird das Carpaldach in voller Länge gespalten und ein kleiner Streifen daraus entfernt, um den Nerv dauerhaft zu entlasten (siehe Bilder). Gleichzeitig können auch zusätzlich vorliegenden Erkrankung im Operationsgebiet mit behandelt werden.

 
Nach der Operation
Sofort nach der Operation sind die quälenden Schmerzen beseitigt. Je nach vorliegender Nervenschädigung kann es aber längere Zeit dauern bis sich die Sensibilität wieder vollständig erholen wird. Die Hand wird für eine kurze Zeit nach der Operation in einer Schiene (s.o.) ruhig gestellt, die die normalen Alltagsaktivitäten zulässt. Die Fäden werden am 10. Tag nach Operation entfernt. Bei körperlich belastenden Berufen kann eine Arbeitsunfähigkeit bis zu 3 Wochen erforderlich sein, da die ca. 2 cm lange Narbe zunächst noch druckempfindlich sein kann. Körperlich nicht belastende Berufe können bei Bedarf bereits in der 1. Woche nach Operation wieder ausgeübt werden.

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