• Priv.-Doz. Dr. Stefan Fickert (SR/R)
  • Dr. Frank Schneider (BER)

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Coxarthrose - Arthrose des Hüftgelenks

Was ist die Coxarthrose?
Die Coxarthrose ist eine degenerative Erkrankung des Hüftgelenkes, insbesondere im hohen Alter, der eine Abnutzung von Hüftpfanne (Acetabulum) und Hüftkopf (Caput femoris) zu Grunde liegt. Die Coxarthrose ist die häufigste Form der Arthrose beim Menschen. Typisches Symptom der Coxarthrose ist anfangs ein belastungsabhängiger Schmerz, im Laufe der Jahre nehmen die Beschwerden zu und imponieren dann als morgendlicher Anlaufschmerz, Ruheschmerz oder Nachtschmerz. Häufig ist eine Bewegungseinschränkung mit der Arthrose vergesellschaftet.

Die Arthrose kennt mehrere Schmerzursachen und daher auch mehrere Therapieansätze. Zum einen kann der Schmerz durch eine Entzündung der Gelenkinnenhaut oder durch die Dehnung der Gelenkkapsel, zum anderen aber auch durch Schleimbeutelentzündungen und Muskelverspannungen entstehen.

Wie kann die Coxarthrose behandelt werden?
Die Behandlung der Arthrose des Hüftgelenks ist vergleichbar der Behandlung am Kniegelenk auf die drei Säulen "nicht medikamentöse Behandlung", "medikamentöse Behandlung" sowie "operative Behandlung" gestützt. Die Therapie sollte sich immer langfristig orientieren, kann mehrere Behandlungskonzepte gleichzeitig beinhalten, ist individuell auf den Patienten zugeschnitten und an seinem aktuellen Krankheitszustand orientiert.

Coxarthrose- Hüftgelenksersatz- Hüftendoprothese
Wenn sämtliche konservative, nicht operative Maßnahmen zur Behandlung einer Coxarthrose ausgeschöpft sind, sollten Sie mit uns über die Möglichkeit eines Hüftgelenkersatzes sprechen. Dafür stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Ziel aller Verfahren ist, Ihnen Schmerzfreiheit und eine gute Beweglichkeit durch den Ersatz der zerstörten Anteile der Gelenkspfanne und des Hüftkopfes zurückzugeben.

Die Hüftendoprothesen können durch weichteilschonende Operationstechniken eingesetzt werden. Bei diesen Operationstechniken werden Muskeln und Weichteilstrukturen nur beiseite geschoben, so dass ein direkter Zugang zum Gelenk ohne größere Verletzung der Weichteilstrukturen bei guter Übersichtlichkeit möglich ist. Durch Nutzung von speziell gefertigten Instrumenten lässt sich anschließend das neue Hüftgelenk sicher implantieren. In einem ausführlichen Operateur-Patienten-Gespräch wird unter Berücksichtigung des Alters des Patienten, seiner sportlichen Aktivitäten sowie der Knochenstruktur die individuell geeignete Operationsmethode erörtert. Aufgrund der langjährigen Erfahrung des Operateurs können verschiedene Prothesensysteme als Hüftgelenkersatz eingesetzt werden. Befundbezogen werden Kurzschaft-, Standardschaft- oder Revisionsprothesen verwendet.

Röntgenbilder mit Kurzschaftptothesen

Wie wird eine Endoprothese am Hüftgelenk eingebaut ?
Das künstliche Hüftgelenk wird über einen ca. 10 cm langen Hautschnitt in einer ca. 45- bis 90-minütigen Operation eingebracht. Nach Darstellung des Hüftgelenkes werden die zerstörten Anteile des Hüftkopfes und anschließend der Gelenkpfanne entfernt. Beim künstlichen Ersatz des Hüftgelenks gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Verankerungsarten - die zementfreie und die zementierte Verankerung von Pfanne und Schaft im Knochen, die sich auch kombinieren lassen (Hybridverankerung). Die zementfreie Verankerung besitzt im Vergleich zur zementierten Verankerung einige Vorteile. Zuerst wird die Gelenkpfanne eingebracht. Bei den zementfreien Pfannen kann eine Schraubpfanne oder eine Pressfitpfanne eingesetzt werden. In die neue Gelenkpfanne wird meistens eine Pfannenschale eingesetzt, die aus Metall, Kunststoff (Polyethylen) oder Keramik bestehen kann. Hier kommt in unserem Hause eine spezielle Keramikoberflächenbeschichtung zum Einsatz, welche im Vergleich zu den klassischen Prothesen zu einem extrem geringen Abrieb und damit einer längeren Haltbarkeit führt. Nach der Gelenkpfanne wird der Prothesenschaft in den Oberschenkelknochen eingesetzt. Die zementfreie Verankerung am Schaft ist vorteilhafter, weil durch das Einwachsen der Prothese eine dauerhafte Verankerung erzielt werden kann. Sollte es dennoch zu einer Lockerung kommen, kann die Wechseloperation meist schonender durchgeführt werden, da kein Knochenzement entfernt werden muss. 

Stationärer Aufenthalt und Nachbehandlung
Diese Operation führt zu einer enormen Schmerzlinderung und ermöglicht es Ihnen, wieder schmerzfrei gehen zu können. Der Aufenthalt im Krankenhaus beträgt ca. ein bis zwei Wochen. Erst nach kompletter Wundheilung und Mobilisation erfolgt auf Wunsch des Patienten eine stationäre Rehabilitation mit einem weiteren 3-wöchigen Aufenthalt. In den ersten Wochen des Heilungsprozesses nach dem Eingriff werden Sie in Ihrer Mobilität eingeschränkt sein. „Auf das Leben danach“ werden wir Sie aber rechtzeitig vorbereiten und Sie soweit es geht unterstützen.

Im ersten Jahr sind engmaschige Kontrollen Ihres operierten Hüftgelenkes ggf. mit Röntgenaufnahmen notwendig. Anschließend sollten bei allen Endoprothesen regelmäßig klinische und radiologische Kontrollen erfolgen.

Welche Sportarten kann ich mit dem künstlichen Hüftgelenk ausführen ?
Es gibt kein Patentrezept. Generell gilt, dass Sie Überlastungen vermeiden, aber gezielt und regelmäßig trainieren sollten. Günstig für Ihr neues Gelenk sind gleichmäßig fließende und rhythmische Bewegungen mit geringer
Kraftauswirkung auf das Gelenk. Sportarten mit großen Stoßbelastungen und abrupten Richtungswechseln sollten hingegen vermieden werden.

Mit einem künstlichen Hüftgelenk haben Sie im Alltag keine Einschränkungen. Alle Sportarten mit einer geringen Belastung des Hüftgelenkes wie Schwimmen, Golfen, Radfahren, Nordic Walking oder Wandern mit Stöcken können problemlos durchgeführt werden. Sportarten wie z.B. Squash, Bergsteigen, Trampolinspringen, Joggen, Gewichtheben führen zu einer starken Belastung des Hüftgelenkes und sollten, wenn möglich, gemieden werden.

Die Entscheidung zu einem künstlichen Hüftgelenk setzt eine ausführliche Abklärung und Untersuchung voraus, in der wichtige Punkte abgeklärt werden müssen. 
Hochwertige Endoprothesenmodelle gibt es in vielen verschiedenen Designs, Größen und Materialien, die für die unterschiedlichsten Krankheitsbilder und Anforderung eine Lösung bieten. Für jeden Menschen gibt es also das passende Kunstgelenk.
Gemeinsam mit Ihnen werden wir anhand Ihres Lebensalters, Ihres Körperbaus, Ihrer Knochenqualität und Ihrer Lebensgewohnheiten und –aktivitäten über die richtige Endoprothese und die entsprechende Operationsmethode entscheiden. Die Qualität eines Gelenkersatzes macht sich an seiner „Standzeit“, d.h. dass er möglichst lange im menschlichen Körper funktionsfähig ist, der Schmerzlinderung sowie der Verbesserung der Mobilität fest.

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