• Priv.-Doz. Dr. Jörn Ludwig (SR/R)

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Wirbelsäulenerkrankungen

Wirbelsäulenerkrankungen ist ein Sammelbegriff für Krankheiten, die die Wirbelsäule betreffen. Dazu gehören Verletzungen, Entzündungen, angeborene Fehlbildungen, Abnutzungsprozesse und Haltungsschäden sowie Stoffwechselerkrankungen wie die Osteoporose.

Zu den degenerativen (verschleißbedingten) Wirbelsäulenerkrankungen gehören mehrere Krankheitsbilder, die altersabhängig isoliert oder gemeinsam auftreten können. Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule betroffen.

Zu den degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen zählen im Wesentlichen:

  • Spinalkanalstenose (Wirbelkanalverengung)
  • Spondylarthrose (Arthrose der kleinen Wirbelgelenke = Facettensyndrom)
  • Spondylose / Osteochondrose (Verschleiß der Bandscheiben und Wirbelkörper)
  • Degenerative Spondylolisthesis (Pseudospondylolisthesis = Wirbelkörpergleiten)

Der Verschleiß der Bandscheibe beginnt schon in den 20iger Jahren eines Menschen. Es kann zur Bandscheibenvorwölbung oder zum Bandscheibenvorfall (Nucleus pulposus prolaps, NPP) kommen. Der zunehmende Wasserverlust der Bandscheiben führt zu einer Höhenabnahme des Zwischenwirbelkörperabschnittes (Osteochondrose). Die Folgen sind eine Überlastung der kleinen Wirbelgelenke, eine Fehlfunktion der Wirbelsäulenbänder und eine sich schleichend entwickelnde Instabilität des Wirbelsäulenbewegungssegmentes.

  • Grund- und Deckplatten der Wirbelkörper werden durch die erniedrigte Bandscheibe mehr belastet. Dies führt zu einer Knochenverdichtung im Bereich dieser Strukturen (Sklerosierung).
  • Durch knöcherne Anbauten an den Wirbelkörpern (Osteophyten / Exophyten) versucht der Körper der zunehmenden Instabilität der Wirbelsäule entgegenzuwirken.
  • Bei sehr weit fortgeschrittener Instabilität, kann sich eine verschleißbedingte Verkrümmung der Wirbelsäule ausbilden. (degenerative Skoliose).
  • Bei der Wirbelgelenksarthrose (Spondylarthrose = Facettensyndrom) kommt es zur Gelenkentzündung, Kapselschwellung und –verdickung, sowie schneller noch als bei den großen Gelenken, zur Gelenkdeformität.
  • Instabilitätsbedingte Verschiebungen der Wirbelkörper (Spondylolisthesis / Pseudospondylolisthesis), Verdickungen der Wirbelgelenkstrukturen, knöcherne Wirbelkanalanbauten, Bandscheibenvorwölbungen und Verdickungen der Wirbelbänder (Ligamentum flavum) können schließlich zu einer beträchtlichen Enge des Wirbelkanals führen (Spinalkanalstenose) und das Rückenmark selbst oder die abgehenden Nervenwurzeln bedrängen.

Eine kleinere Gruppe der WS-Erkrankungen sind Erkrankungen aus dem rheumatisch-entzündlichen Formenkreis, wie Spondylarthritiden – worunter der Morbus Bechterew die bekannteste ist – sowie Skoliosen (in den meisten Fällen ist damit die Seitverbiegung der Wirbelsäule gemeint, die durch eine Asymmetrie der einzelnen Komponenten der Wirbelsäule bedingt ist) und Wachstumsstörungen (wie z.B. Morbus Scheuermann).
Auch Tumoren können sich an der Wirbelsäule manifestieren, sowohl primär (z.B. Chordome) als auch metastatisch.

Frakturen der Wirbelsäule können u.a. zur Kyphose führen. Wird dabei das Rückenmark geschädigt, führt dies zur Querschnittlähmung oder Teillähmung der Arme oder Beine je nach Ort der Schädigung.

Die häufigsten Erkrankungen sind: Degenerative Veränderungen der Funktionsgruppe aus Bandscheibe (Bandscheibenvorfall) und den beiden angrenzenden Wirbeln (Osteochondrosis intervertebralis), Instabilitäten bis zum Wirbelgleiten (Spondylolisthesis), dem rheumatischen Formenkreis zugehörige entzündliche Erkrankungen (etwa Morbus Bechterew) sowie Deformationen wie die Skoliose. Die häufigste Wachstumsstörung der Wirbelsäule ist die Scheuermann-Krankheit.

Chordome sind Geschwülste an der Wirbelsäule. Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten können sich auch an der Wirbelsäule manifestieren sind aber eher selten. Endemische Häufungen  wie Borreliose manifestieren sich ebenfalls im Bereich der Wirbelsäule, betreffen aber eher die nervalen Strukturen und fallen in den Formenkreis der neurologischen Erkrankungen. Unter Infektionskrankheiten versteht man nicht  eitrige Entzündungen nach Injektionstherapien. Hierbei handelt es sich um eine Komplikation nach einem invasiven Eingriff.

Das Cervicobrachialsyndrom ist ein Schmerzzustand, der von der Halswirbelsäule ausgeht und in den Arm einstrahlt. Ursachen hierfür können sowohl von der Halswirbelsäule als auch vom Schultergürtel herrühren.

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