News aus Straubing, News aus Regensburg, 19. März 2019

Schulterfortbildung unter Leitung des sporthopaedicum

Am 13.03.2019 fand unter der wissenschaflichen Leitung von Priv.-Doz. Dr. Dr. Max Kääb und Prof. Stefan Greiner aus dem sporthopaedicum eine Fortbildungsveranstaltung für niedergelassene Ärzte und Physiotherapeuten statt, beide leiten das Zentrum für Schulter- und Ellbogenchirurgie am sporthopaedicum Straubing und Regensburg.

 

Knapp 100 Teilnehmer, Hausärzte und Physiotherapeuten, informierten sich dabei im ASAM Veranstaltungssaal über die neuesten Erkenntnisse im Bereich der Schulterorthopädie. Die Hauptthemen waren die Erkrankung des Subakromialenraumes und der Rotatorenmanschette sowie der Arthrose des Schulter- und Ellenbogengelenkes.

 

Prof. Greiner referierte über die wichtigsten Untersuchungstechniken, dabei wurde festgestellt dass mit einer einfachen und schnellen Untersuchung in den meisten Fällen bereits die Diagnose gestellt werden kann. Teure bildgebende Untersuchungen sind nicht immer erforderlich um eine erste Diagnose stellen zu können.

 

Im Weiteren referierte Dr. Kääb über das Problem der Rotatorenmanschette. Ein großer Anteil an Schulterproblemen ist auf Erkrankungen der Rotatorenmanschette zurückzuführen. Eine Enge unter dem Schulterdach ist oft nicht die Ursache von Rissen der Rotatorenmanschette, jedoch können auch kleinere Risse im Lauf der Zeit größer werden. Eine Operation steht zumeist nicht an erster Stelle, jedoch sollte bei, zunehmenden Beschwerden und Vergrößerung von Rissen der Rotatorenmanschette, eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden.

Die beiden Ärzte beobachten zunehmend eine hohe Anzahl von Patienten mit großen Rissen der Rotatorenmanschette. Diese Risse bewirken zunehmende Einschränkungen der Funktion und sind oft nicht mehr reparabel. Prof. Greiner stellte die verschiedenen Möglichkeiten bei diesem komplexen Erkrankungen dar.

 

Bei einer Arthrose des Schultergelenkes bleibt nach längerer erfolgloser konservativer Therapie noch die Möglichkeit eines Gelenksersatzes. In der Vergangenheit wurde („Implant Leaks“) festgestellt, dass Implantate häufig nicht ausreichend geprüft eingesetzt werden. Die beiden Spezialisten erklärten die Möglichkeiten des Gelenksersatzes am Schultergelenk unter dem Ellbogengelenk. Ein Gelenksersatz ist immer die letzte Möglichkeit, jedoch handelt es sich mittlerweile um etablierte, und auch geprüfte, Verfahren mit neuen hochwertigen Materialien die eine deutliche längere Haltbarkeit versprechen als noch ältere Implantate. Aufgrund neuester Studienlage ist die Haltbarkeit von Orthesen über 10-15 Jahre von 95 % zu erwarten. Dies ist auch erforderlich, da die Lebenserwartung der Bevölkerung die nächsten Jahrzehnte stark ansteigen wird.

 

Die beiden Referenten führten abschließend aus, dass der Prävention eine besonders hohe Bedeutung zukommt - häufig würden Patienten zu spät einen Arzt aufsuchen. Eine Prävention von Erkrankungen im Schultergelenk unter dem Ellbogengelenk ist mit einfachen Mitteln zu erreichen – hier sind regelmäßige Bedingungen und insbesondere Dehnungsübungen, als Ausgleich bei insbesondere schwerer körperlicher Tätigkeit oder einseitiger Belastung, das A und O. Mehrfach tägliche einfache Dehnungsübungen, auch zwischendurch in der Arbeit, können Verspannungen und viel Belastungen vermeiden. Hier ist immer eine Zusammenarbeit zwischen Physiotherapeuten und Ärzten gefragt. Kraftübungen im Fitnessstudio hingegen sind häufig kontraproduktiv.

 

Die beiden Spezialisten haben abschließend darauf hingewiesen, dass bei der Heilung von Erkrankungen auch eine gewisse Eigenverantwortung der Patienten erforderlich ist. Die Aufgabe von Ärzten und Physiotherapeuten ist es die Patienten hier nach Möglichkeit unterstützen.