• Dr. Tomas Buchhorn (SR/R)

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Erkrankungen der Achillessehne

Unter der Achillessehne versteht man den sehnigen Endteil des sog. „Musculus triceps surae“, eine Muskelgruppe bestehend aus drei Muskeln:

1. Musculus Gastrocnemius
2. Musculus Soleus
3. Musculus Plantaris longus (dieser Muskel ist häufig nicht angelegt).

Alle drei verbinden in Form der Achillessehne das Kniegelenk mit dem Fersenbein. Daraus resultiert die enorme Wichtigkeit dieser Sehne beim aufrechten Gang, beim Laufen, beim „auf die Zehenspitzen steigen“ und Abrollen über den Vorfuß. Entsprechend der großen Belastung, der diese Sehne täglich ausgesetzt ist, schleicht sich mit der Zeit ein degenerativer Abbauprozess in die Strukturen der Sehne ein. Mit dem zunehmenden Alter des Individuums steigert sich der Verschleiß auf der Basis einer Minderdurchblutung der Sehne.

Rezidivierende Tendinosen (immer wiederkehrende Entzündungen) mit inkonsequenten Therapieansätzen führen schließlich zu einem chronisch entzündlichen Prozess. Einfache Aktivitäten des Alltags können nicht mehr vollzogen werden. Der berufliche Alltag wird zum Problem und sportliche Aktivität wird unmöglich. In der Regel geht die Entzündung mit der Reizung des sog. "Peritendineums" (umgebende Gleitschicht der Achillessehne) einher. Es folgt eine Verengung dieser Gleitschicht und eine Einschnürung der Achillessehne ist die Folge (sog. "Ligamentum anulare"). In diesem Stadium ist eine konservative Therapie nicht zielführend. Eine relativ kurze Operation mit Spaltung der verengten Gleitschicht verbessert die Durchblutungssituation der Sehne und baldige Beschwerdefreiheit ist die Folge.

Bei fortgeschrittener Degeneration kommt es früher oder später, meistens bei einem Fehltritt im Alltag oder beim Sport zum Riss oder Teilriss. Eine inkomplette Ruptur kann konservativ behandelt werden. Ein Spezialschuh (Vacoped Schuh) in Spitzfußstellung zur Entlastung der Sehne muss für mehrere Wochen ohne Belastung mit zur Hilfenahme von Stützkrücken getragen werden. Erst nach Ablauf der Ruhigstellungsphase entscheiden eine klinische und bildgebende Kontrolle (MRT-Kernspintomographie) über den Heilungszustand der Sehne. Erst danach kann mit der Rehabilitation begonnen werden.

Bei einer kompletten Ruptur ist oft eine operative Sanierung unumgänglich. Die Diagnosestellung erfolgt auch mit Hilfe eines MRT (Kernspintomographie) und der klinischen Untersuchung. Intraoperativ wird die Sehne inspiziert, freigelegt und je nach Größe des Defektes und Größe des nekrotischen (abgestorbenen) Anteils zuerst angefrischt und anschließend genäht. Oft ist der Substanzverlust zu groß, sodass eine „End zu End Naht“ nicht mehr ausreicht um den Defekt zu verschließen. In diesem Fall kann eine sog. „Plantaris longus Sehnenplastik“ durchgeführt werden. Die oben erwähnte Sehne wird zur Stärkung der Achillessehne verwendet. Ist diese Sehne nicht vorhanden, kann die Semitendinosussehne unterhalb des Kniegelenkes als Ersatz dienen. Die postoperative Ruhigstellung beträgt mindesten 8 Wochen und kann bis zu 12 Wochen dauern. Danach wird mit Rehabilitationsmaßnahmen begonnen.

Dies alles zeigt wie wichtig die Kooperation von Seiten der Patienten für die erfolgreiche Therapie ist.

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