• Dr. Tomas Buchhorn (SR/R)

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Erkrankungen der Sehnen des Fußes

Ruptur / Teilruptur / Tendinose (Entzündung) einer Sehne
Neben den Bandstrukturen im Sprunggelenk (Außenband + Innenband), spielen zwei Sehnen eine essentielle Rolle in der Stabilisierung des Sprunggelenkes (sekundäre Stabilisatoren).

Die „Peronealsehnen" welche hinter dem Außenknöchel in Richtung Fußrand und Fußsohle verlaufen greifen unterstützend in die Protektion des oberen Sprunggelenkes gegen die Supination (Einknicken nach innen) ein.

Die „Tibialis posterior Sehne“ ist als Gegenspieler aktiv und unterstützt das Fußgewölbe wie ein Seil. Bei einer Instabilität der Außen- und / oder Innenbänder, oder bei mangelhaft ausgeprägtem Fußgewölbe, stehen diese Sehnen unter vermehrter Belastung. Dies führt mittelfristig zur Entzündung der Sehne (= Tendinose). Ein stechender Dauerschmerz ist die Folge und die Belastung des betroffenen Fußes ist nicht möglich. Mittelfristig kann ein solcher Zustand zur Ausdünnung der Strukturen und schließlich zur Rissbildung führen. Chronische Entzündungen welche oft über Jahre erfolglos therapiert wurden, enden schließlich mit Narbenbildung und Verwachsungen. Das Gleitverhalten der betroffenen Sehne ist gestört und die Funktion nicht adäquat gewährleistet.

Therapie: 
In der Primärphase ist der konservative Therapieansatz Mittel der Wahl. Ruhigstellung im Spezialschuh in Kombination mit Entlastung und entzündungshemmenden Medikamenten führt in der Regel zur deutlichen Besserung des Beschwerdebildes. Bei bereits entstandenem Defekt ist eine operative Freilegung, Inspektion und Reparatur der Sehne zu empfehlen.

In der Spätphase der Erkrankung mit Narbenbildung ist eine Tenoskopie (= Spiegelung der Sehne) zu empfehlen. Über „ minimale Inzisionen“ werden feinste Instrumente unter die Haut geschoben und die Narben entfernt. Postoperativ kann im Spezialschuh belastet werden.

Peronealsehnenluxation / -Subluxation
Die Funktion dieser Sehnen wurde oben bereits beschrieben. In ihrem Verlauf hinter dem Außenknöchel laufen beide Sehnen (peroneus longus / peroneus brevis) durch eine tunnelähnliche Rinne. Die Überdachung erfolgt durch eine Schicht mit Bindegewebe (Retinakulum superius). Springen die Sehnen aus ihrer Verankerung, entsteht bei jedem Schritt ein unangenehmes „Schnappphänomen“. Durch die dauerhafte Reibung am Außenknöchel kann es schließlich zur Ausdünnung und evtl. auch Rissbildung in der Sehne kommen.

Ursache:
Vereinzelt ist anlagebedingt die Tiefe der Rinne (Sulcus) nicht ausreichend um beiden Sehnen genügend Platz zur Verfügung zu stellen. Andererseits kann es nach einem Trauma zu einem Einriss der bindegewebigen Überdachung kommen, welche mit einer Luxation der Sehnen aus ihrer Verankerung einhergeht.

Therapie:
Im Falle einer Subluxation (inkomplette Verrenkung) sind Stabilisierende Übungen (propriozeptives Training) die Therapie der Wahl. Bei einer kompletten Luxation ist die operative Sanierung zu empfehlen. Hierfür kommen verschiedene Techniken in Frage. Im Sporthopaedicum wird häufig die Rekonstruktion in Ankertechnik zur Anwendung gebracht. Postoperativ erfolgt die Ruhigstellung im Spezialschuh für 6 Wochen mit Unterarmgehstützen.

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