• Dr. Alexander Schütz (SR/R)

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Kahnbeinbruch

Frischer Bruch
Verschraubung
korrekte Schraubenlage
Naht

Allgemein
Das Kahnbein (os scaphoideum) ist ein wichtiger Handwurzelknochen. Er befindet sich in Verlängerung des Daumens und sitzt der Speiche (Radius) in der sogenannten fossa scaphoidea auf. Bei einem Sturz auf das überstreckte Handgelenk kann das Kahnbein brechen. Oftmals wird dieses Ereignis nicht als Knochenbruch wahrgenommen, so dass die Schwere der Verletzung zunächst verkannt wird. Erst bei anhaltenden Schmerzen im Handgelenk wird dann der Arzt aufgesucht.

Da dieser Knochenbruch im Röntgenbild nicht immer zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, bedarf es manchmal Zusatzuntersuchungen (Dünnschicht CT des Handgelenks). In der Gesamtheit führt dies dazu, dass der Bruch des Kahnbeins die am häufigsten übersehene Fraktur des menschlichen Körpers ist. Da das Kahnbein eine relativ schlechte Durchblutung besitzt, kommt es vor allem bei den speichennahen (proximalen) Brüchen zur ausbleibenden Bruchheilung mit der Entwicklung eines Falschgelenks (Pseudarthrose).

Die Folge ist meist eine zunehmende irreversible Arthrose des gesamten Handgelenks.

Behandlung
Die Kahnbeinbrüche werden in unterschiedliche Kategorien nach Herbert eingeteilt. Frische, nicht verschobene und stabile Brüche mit ausreichender Durchblutung der einzelnen Bruchstücke können auch konservativ, d.h. ohne Operation im Gips ausbehandelt werden. Meist ist dabei eine Ruhigstellung des Handgelenks für mindestens 6 Wochen erforderlich. Verschobene oder die sogenannten proximalen Brüche sollten operativ versorgt werden.

Operation
Bei unproblematischen frischen Brüchen kann die Operation ambulant in einer Vollnarkose durchgeführt werden. Meist wird eine „Herbertschraube“ zur Stabilisierung verwendet. Da dieses Implantat zwei unterschiedlich steile Gewinde aufweist kommt die Frakturzone unter Kompression und kann besser verheilen. Wann immer möglich wird die Operation minimal invasiv über einen kleinen Schnitt erfolgen.

Nach der Operation
Bei stabilen Verhältnissen kann auf eine Gipsruhigstellung verzichtet werden. Andernfalls ist eine Gipsimmobilisation je nach Erfordernissen (meist ca. 6 Wochen) nötig. Sofort nach der Operation dürfen die Finger wieder voll gebeugt und gestreckt werden (auch im Gips werden die Finger frei gelassen). Die Fäden werden nach 10 Tagen entfernt. Die Arbeitsunfähigkeit erstreckt sich in der Regel auf 6-12 Wochen, je nach durchgeführtem Eingriff und je nach Arbeitsbelastung.

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