• Priv.-Doz. Dr. Stefan Fickert (SR/R)
  • Dr. Frank Schneider (BER)

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Knorpelschäden am Hüftgelenk

Das Hüftgelenk ist wie alle großen Gelenke mit einer Knorpelschicht überzogen. Der Knorpel erlaubt ein schmerzfreies Bewegen und hat die Fähigkeit Stöße und Druck zu dämpfen. Der Knorpel ist elastisch und enthält weder Nerven noch Blutgefäße. Die Knorpelschicht am Hüftgelenk ist nur wenige Millimeter stark und im Vergleich zum Kniegelenk deutlich geringer.

Wie entsteht ein Knorpelschaden am Hüftgelenk?
Der Gelenkknorpel ist so angelegt, dass er ein Leben lang optimales und schmerzfreies Gleiten der Gelenkflächen ermöglicht. Zu Schäden kommt es aufgrund von angeboren oder erworbenen Störungen wie das femoroacetabuläre Impingement, Sportverletzungen, Überlastungen durch Fehlstellungen, Übergewicht oder Begleitverletzungen. Auch Stoffwechselstörungen wie Gicht, Infektionen durch Bakterien oder rheumatische Erkrankungen können Ursache eines Knorpelschaden sein.

Wie wird die Diagnose Knorpelschaden gestellt?
Durch eine ausführliche Anamnese und eine sorgfältige körperliche Untersuchung lassen sich Hinweise auf einen Knorpelschaden stellen. Eine Kernspintomographie gibt in vielen Fällen einen Hinweis auf einen Knorpelschaden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Knorpelschäden am Hüftgelenk?
Die Regenerationsfähigkeit des Knorpels ist beim Erwachsenen sehr gering, bei Kindern in der Regel gut. Neben dem Alter ist auch das Ausmaß der Verletzung für die Knorpelregeneration entscheidend.

Unterschieden werden Defekte der oberen Knorpelschicht (chondrale Defekte) und die Schädigung des Knorpels mit dem darunter liegenden Knochens (osteochondrale Defekte).

Bei chondralen Defekten ist die Regenerationsfähigkeit sehr gering. Bei Knorpelknochendefekten kann durch Austreten des Knochenmarks ein faseriger Ersatzknorpel gebildet werden. Dieser Ersatzknorpel ist allerdings nicht so belastbar wie der ursprüngliche Gelenkknorpel.

Die Behandlung von Knorpelverletzungen ist abhängig vom Alter des Patienten, Größe des Knorpelschadens, Tiefe des Defektes, Begleitverletzungen. Grundsätzlich stehen folgende Therapiemaßnahmen zur Verfügung:

Nicht operative Therapien

 
Physiotherapeutische und physikalische Behandlung

Ziel der physiotherapeutischen und physikalischen Maßnahmen ist die Linderung der Beschwerden sowie der Erhalt der Beweglichkeit der Gelenke und die Kräftigung der Muskulatur, was die Überbelastung der Gelenke verhindert.

Medikamentöse Behandlung
Mittels medikamentöser Behandlung sollen die Schmerzen gelindert werden.

Welche operative Therapien stehen zur Verfügung?

 
Knochenmarkeröffnende Verfahren, z.B. Mikrofrakturierung

Im Bereich des Defektes wird der Knochen mit einem Spezialinstrument eröffnet, wodurch es zu einer Blutung aus dem Knochenmark kommt. Diese Blutung enthält Vorläuferzellen, die sich zu einem faserigen Ersatzknorpel umbauen.

Transplantation von Knorpelknochenzylinder (OATS)
Prinzip dieses Verfahrens ist es, aus einer geringbelasteten Zone des Gelenkes Knorpelknochenzylinder verschiedener Größe zu entnehmen und in den Defekt zu transplantieren. Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen konnten zeigen, dass mit dieser Technik die Oberfläche der Knorpelschichten und der geschädigten Knochen bis zu einer Grösse von ca. 1 cm gut wieder hergestellt werden können. Am Hüftgelenk ist dieses Verfahren aber nur mittels einer offenen Operation möglich.

Autologe Chondrozytentransplantation (ACT) und Matrixgekoppelte autologe Chondrozytentransplantation (MACT)
Beide Verfahren sind auf der Grundlage des Tissue Engineerings entstanden. Prinzip der Behandlung ist, die Entnahme von einer kleinen Knorpelprobe aus einem nicht tragenden Anteil des Gelenkes im Rahmen einer Gelenkspiegelung. Diese Probe wird an ein Speziallabor versandt. Dort werden die Zellen aus dem Gewebeverbund isoliert und in Kulturschalen (in vitro) vermehrt. Wenn eine ausreichende Zellmenge vorhanden ist, folgt in einem zweiten Eingriff die Transplantation. Dabei werden meist in einer offenen, gelegentlich auch arthroskopischen, Operation die Zellen auf den Defekt aufgetragen. Bei der neuen Generation der Matrixgekoppelten autologen Chondrozytentransplantation folgt die Kultivierung der Zellen in einer dreidimensionalen Matrix, damit soll die charakteristische Form und Funktion der Knorpelzellen besser erhalten bleiben. Die matrixgekoppelte autologe Chondrozytentransplantation mit Arthrocell 3D hat Priv. Doz. Dr. med. Stefan Fickert weltweit erstmals offen und später arthroskopisch am Hüftgelenk durchgeführt.

Nach einer Knorpelbehandlung- Wie geht es weiter?
In Abhängigkeit von dem durchgeführten operativen Eingriff sind völlig unterschiedliche Nachbehandlungsschemata notwendig, die Ihnen unsere Ärzte ausführlich erläutern werden. Für alle Behandlungsverfahren haben wir auch entsprechende Schemata vorliegen, so dass eine optimale Nachbehandlung gesichert ist.

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