• Prof. Dr. Peter Angele (SR/R)
  • Dr.  Heinz-Jürgen Eichhorn (SR/R)
  • Prof. Dr. Michael J. Strobel (SR/MUC)
  • Dr. Frank Schneider (BER)
  • Prof. Dr. Andreas Weiler (BER)
  • Dr. Michael Wagner (BER)
  • Dr. Arno Schmeling (BER)
  • Priv.-Doz. Dr. Thore Zantop (SR/R)
  • Priv.-Doz. Dr. Sven Scheffler (BER)
  • PD Dr. Philipp von Roth (SR/R)
Fachbereiche | Knie | Meniskus

Meniskus

Meniskus

Menisken von oben gesehen
(AM: Aussenmeniskus, IM: Innenmeniskus)
Darstellung der Meniskusbewegung
in Streckung (rot) und Beugung (schwarz)
Arthroskopisches Bild eines
traumatischen Innenmeniskusrisses,
oft sind noch frische aufgelagerte
Einblutungen zu erkennen
Arthroskopisches Bild eines
degenerativen Aussenmeniskusrisses in
mehreren Schichten

Die Menisken sind hoch spezialisierte Faserknorpelscheiben die als „Puffer“ zwischen Oberschenkel und Unterschenkelknochen im Kniegelenk liegen. Ihre Funktion liegt im Wesentlichen darin die Kontaktfläche im Kniegelenk zu vergrößern, um so durch die entstehende Kraftverteilung den Knorpel vor Überbelastung zu schonen.

Verletzungen der Menisken entstehen meist durch Verschleiß des Gewebes oder in Kombination mit Bandverletzungen als unfallbedingte Risse. Degenerative Meniskusrisse sind der häufigste Grund für eine Kniegelenkarthroskopie und können dabei auch schon im jungen Erwachsenenalter auftreten. Meist ist hier der innere Meniskus betroffen. Selten führen angeborenen Varianten der Anatomie (z.B. sog. Scheibenmeniskus) auch schon im Kindesalter zu Meniskusrissen, die dann auch behandelt werden müssen.

Grundsätzlich sollte versucht werden soviel Meniskusgewebe wie möglich zu erhalten, so dass wir je nach Rissform auch gerne eine Meniskusnaht durchführen. In vielen Fällen ist dies jedoch nicht möglich (meist degenerative Risse ohne begleitende Bandinstabilität), so dass das betroffene Meniskusgewebe entfernt werden muss. Eine Teilentfernung des Innenmeniskus ist eine Operation die ohne weiteres über viele Jahre Beschwerdelinderung bringen kann ohne dass ein zunehmender Gelenkknorpelverschleiß auftritt. Größere Teilentfernungen des Außenmeniskus hingegen können zu einem frühzeitigen Gelenkknorpelverschleiß, also zur Arthrose führen.

Meniskusteilentfernung

Meniskusteilentfernung

Kommt eine Meniskusnaht nicht in Frage, wird ein Teil des Meniskus entfernt. Meist betrifft dies den hinteren Anteil des Innenmeniskus. Hierbei gilt jedoch die Regel, nur so viel Meniskusgewebe zu entfernen, wie notwendig ist. Für die Meniskusteilentfernung werden kleine Scheren, Stanzen und Messer verwendet. Eine Meniskusteilentfernung wird heutzutage fast ausschliesslich arthroskopisch durchgeführt.

Nach einer Teilentfernung ist das Kniegelenk für einige Tage zu schonen (ggf. an Krücken), damit sich das Gelenk von der Operation erholen kann, ohne dass eine Gelenkschleimhautentzündung auftritt. Je nach Situation sind die Patienten nach wenigen Tagen, andere erst nach ein paar Wochen beschwerdefrei.

Meniskusnaht

Meniskusnaht

Findet sich ein einfacher Meniskusriss im gut durchbluteten Randbereich (meist in Kombination mit Kreuzbandrissen), sollte versucht werden den Meniskus zu erhalten. Hierzu können verschiedenste Techniken angewendet werden. Wir bevorzugen es hierbei den Meniskus in seinen hinteren Anteilen mit sog. Meniskusnahtsystemen zu verankern und die vorderen Anteile mit resorbierbaren Nähten an der Gelenkkapsel festzunähen.

Nach einer Meniskusnaht sollte das Gelenk für 6 Wochen geschützt werden, wobei nicht die gesamte Zeit an Krücken zu gehen ist. Da das Meniskusgewebe nur sehr langsam heilt sollte eine tiefe Hocke für 3 Monate vermieden werden.

Da der Meniskus aus schlecht durchblutetem Faserknorpel besteht kann die Heilung des Gewebes auch ausbleiben und der Meniskus erneut einreißen. Die Erfolgschance nach isolierter Meniskusnaht liegt bei etwa 70 %. In Kombination mit einer Kreuzbandoperation steigt diese auf bis zu 90 % an.

Meniskusersatz

Meniskusersatz

Meniskusersatz (NUsurface, Active
Implants) wird als Gelenkpuffer
bei Schmerzen nach
Meniskusteilentfernung eingesetzt
Meniskusersatz mit NUsurface
(Active Implants): Implantat mit
Insertionsinstrumentarium
Einbringen in das Kniegelenk
Verlaufskontrolle mit Meniskusersatz
(schwarze Struktur im Zentrum)

Nach einer subtotalen Meniskusentfernung fehlt dem Patienten ein wichtiger Puffer des Kniegelenks. Hierdurch nimmt die Belastung auf das betroffene Gelenk deutlich zu. Folgen können Schmerzen und Schwellneigung im Kniegelenk sein. Eine mögliche Therapieoption für junge und aktive Patienten ist die Meniskustransplantation (verweis auf dieses Kapitel). Für Patienten ab 35 gibt es eine weitere Therapieoption. Das Sporthopaedicum nimmt an einer multizentrischen Studie zur Behandlung von Meniskusdefekten mit einem Meniskusersatz (NUsurface, Active Implants) teil. Deutschlandweit verfügt das sporthopaedicum bei dem Meniskusersatz über die längste Erfahrung.  

Indikation zur Durchführung sind dumpfe Schmerzen im Kniegelenk nach Meniskusteilentfernung. Wichtig für die Behandlung mit dem Meniskusersatz ist eine vorhandene Meniskusrandleiste des Patienten-eigenen Meniskus und eine guter Gelenkknorpel ohne weit fortgeschrittenem Knorpelschaden (Knorpelschaden Grad IV). Zudem müssen ein stabiles Kniegelenk (siehe vorderes Kreuzband) und eine gerade Beinachse (siehe Arthrose-Umstellungsosteotomie) vorliegen. Ob Sie für den Meniskusersatz geeignet sind, können Sie durch einen Besuch im sporthopaedicum Regensburg oder Berlin abklären lassen.

Bei dem Meniskusersatz wird ein nicht auflösbarer Gelenkpuffer aus Polykarbonat-Urethan über einen kleinen operativen Zugang (ca. 5cm) in das Kniegelenk eingelegt. Er muss für seine Funktion nicht fixiert werden.

Schon nach kurzer Nachbehandlungsphase von 2-6 Wochen kann das Kniegelenk wieder voll belastet werden. Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend ohne daß Langzeitergebnisse der Technik vorliegen.

Meniskustransplantation

Meniskustransplantation

Spätfolgen einer subtotalen
Meniskusentfernung erkennbar am
Knorpelschaden (Aufbruch des Knorpels)
im Vergleich zu einem gesunden
Knorpel (glatte Knorpeloberfläche)
Bei Zustand nach subtotaler
Meniskusentfernung ist die
Meniskusrandleiste noch vorhanden
Defektausmessung
Einpassen des schwammartigen
Implantats und Fixierung mit Nähten

Stabilitätsprüfung mit Testhaken

Nach einer subtotalen oder totalen Meniskusentfernung fehlt dem Patienten ein wichtiger Puffer des Kniegelenks. Hierdurch nimmt die Belastung auf das betroffene Gelenk deutlich zu. Folgen können Schmerzen und Schwellneigung im Kniegelenk sein. Langfristig treten nach einer Meniskusentfernung Schäden am Gelenkknorpel mit der Ausbildung einer Arthrose auf. Insbesondere nach subtotaler Entfernung des Außenmeniskus liegt die Arthroserate nach 10 Jahren bei circa 90%.

Daher sollte bei jungen und aktiven Patienten, bei denen eine subtotale Meniskusentfernung erforderlich war, eine Meniskustransplantation in Betracht gezogen werden. Voraussetzung für die Durchführung einer Meniskustransplantation sind ein stabiles Kniegelenk (siehe vorderes Kreuzband) und eine gerade Beinachse (siehe Arthrose-Umstellungsoperation).

Bei einer Meniskustransplantation wird ein schwammartiges, zellfreies Implantat in den Meniskusdefekt eingenäht (Abb.2). Zur Einnaht ist eine Meniskusrandleiste des Patienten-eigenen Meniskus erforderlich. Reparaturzellen aus der Meniskusrandleiste wandern in den nächsten Wochen in das Meniskusimplantat ein und bauen Schritt für Schritt ein neues Meniskusgewebe auf. Das schwammartige Implantat löst sich mit der Zeit auf. Dieser Vorgang kann bis zu 5 Jahre dauern.

Mensikustransplantation mit einem zellfreien Meniskusimplantat (Actifit, Orteq)

Die Nachbehandlung nach einer Meniskustransplantation ist mit einer 6 wöchigen Teilbelastung verbunden. Zur Einheilung des Implantats ist zudem eine Bewegungseinschränkung (Orthese) in den ersten 6 Wochen erforderlich. Sportliche Belastung kann erst nach einer postoperativen Phase von ca. 6 Monaten angestrebt werden.

Die bisherigen Ergebnisse nach Meniskustransplantation erbrachten variable Ergebnisse. Diese reichen von Versagen der Transplantation bis zur kompletten Auffüllung des ehemaligen Meniskusdefekts mit Meniskus-ähnlichem Regenerat. Prognoseparameter sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch sind fortgeschrittene Knorpelschäden im Gelenk bei Meniskustransplantation mit einer schlechteren Prognose verbunden.

Sollte die Meniskusrandleiste des Patienten-eigenen Meniskus nicht zur Verfügung stehen, kann die beschriebene Technik der Meniskustransplantation nicht angewandt werden und es muss eine Meniskustransplantation von einem Meniskusspender (allogene Meniskustransplantation) in Betracht gezogen werden.

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